Qlik Sense – Interaktive Diagramme mit der “Schaltfläche”

Im Laufe der Zeit haben es einige Diagramm-Steuerelemente, die zuvor nur im Rahmen der Qlik Branch Community bereitgestellt wurden, in den Standard-Umfang von Qlik Sense geschafft. Diese Steuerelemente ermöglichen es Auswertungen in Sense für den Benutzer interaktiver zu gestalten, ihm also mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben, eine vorgegebene Auswertung an seine aktuellen Bedürfnisse anzupassen.

Ein Beispiel für ein sehr nützliches Steuerelement in diesem Zusammenhang sei hier in einer praktischen Anwendung vorgestellt: Die “Schaltfläche”

Einer Schaltfläche können eine oder mehrere Aktionen zugeordnet werden: Im einfachsten Fall z.B. der Sprung zu einem anderen Blatt einer Sense-App, um eine schnelle gezielte Navigation zwischen den Blättern zu ermöglichen, ohne die reguläre Blatt-Umschaltung bemühen zu müssen. Beliebt ist hier beispielsweise die Umschaltung von einem Übersichtsblatt zu einem Detailblatt und wieder zurück.

Die Schaltfläche kann aber auch verwendet werden, um den Inhalt einer Variablen zu verändern, wenn sie angeklickt wird. Auf den veränderten Wert einer Variable wiederum können Diagramme reagieren und ihre Anzeige, je nach aktuellem Wert, entsprechend anpassen.

Z.B. können die Spalten einer Tabelle in Sense mit Hilfe eines Schaltfläche-Steuerelements ein- und ausgeschaltet werden. Breite Tabellen mit vielen Spalten, welche viele Informationen im Zusammenhang anzeigen sollen, können so vom Betrachter auf den für ihn aktuell wichtigen Inhalt reduziert oder auch erweitert werden.

Hier ein paar Tipps, wie so eine Umschaltung gestaltet werden kann.

Als Beispiel diene folgende Anzeige auf einem Sense-Blatt:

Das Blatt enthält eine Tabelle mit 4 Dimensionen und einer Kenngröße. Die Dimensionsspalten sollen durch den Anwender ein- und ausgeblendet werden können, um die Aufteilung der Kenngröße nach unterschiedlichen Dimensions-Kombinationen innerhalb derselben Tabelle zu ermöglichen.

Dazu wurden neben der Tabelle 4 Schalter angeordnet mit welchen die Dimensionsspalten unabhängig voneinander ein- und ausgeschaltet werden können. Von 0 bis 4 Dimensionen ist jetzt jede Aufteilung der Kenngröße möglich. Z.B. nur nach Artikel:

Das Beispiel zeigt auch, dass die Schalterinhalte sich selbst verändern können, je nach Zustand, um dem Anwender ein zusätzliches optisches Feedback zu geben: Aktive Spaltenschalter haben hier ein Häkchen-Symbol und schwarze Schrift, inaktive Spaltenschalter hingegen kein Symbol und eine ausgegraute Schrift.

Andere Attribute, wie Hintergrundfarbe, Rahmen und Rahmenfarbe könnten so ebenfalls interaktiv verändert werden!

Wie wurde die gezeigte Lösung hier realisiert?

Als erstes definieren wir im Ladescript der App, zusätzlich zu den üblichen Ladeanweisungen für die Daten, 4 Schaltervariablen, die wir später unabhängig voneinander auf 1 oder 0 setzen können. Das Ladescript gibt damit auch den initialen Zustand eines jeden Schalters vor:

Let vSchaltJahr = 1;

Let vSchaltPG = 1;

Let vSchaltArtikel = 1;

Let vSchaltMitarbeiter = 1;

 

Nach dem Ausführen des Scripts stehen uns die Variablen innerhalb der App zur Verwendung in den Diagrammen und zugehörigen Formeln zur Verfügung.

Als nächstes tragen wir die passende Variable jeweils als Anzeigebedingung in die Eigenschaft “Spalte anzeigen, wenn” der 4 Dimensionsspalten der Tabelle ein. Beispiel für die Dimension “Artikel”:

Die Schreibweise mit dem $-Zeichen ist den meisten vermutlich bekannt, trotzdem noch mal kurz erläutert: Die sogenannt Dollar-Sign-Expansion wird von Sense während der Ausführung durch den fertig berechneten Ausdruck ersetzt, der sich innerhalb der Klammern befindet. Im einfachsten Fall ist das der Wert einer Variablen, hier der aktuelle Wert der Variable vSchaltArtikel, also 0 oder 1. Bei 1 ist die Dimensionsspalte sichtbar, bei 0 nicht.

Jetzt benötigen wir 4 Schaltfläche-Steuerelemente, damit der Benutzer die Variablenwerte verändern kann. Jeder Schaltfläche wird eine Aktion “Variablenwert festlegen” zugeordnet, bezogen auf die Variable, welche durch die Schaltfläche umgeschaltet werden soll. Als Beispiel wieder der Artikel-Schalter:

Die “Wert”-Eigenschaft muss die Umschalt-Formel enthalten, die jedes Mal neu berechnet wird, wenn der Benutzer die Schaltfläche anklickt:

=if($(vSchaltArtikel) = 1, 0, 1)

 

Hat die Variable vSchaltArtikel zum Zeitpunkt des Klicks den Wert 1, dann wird sie durch die if()-Anweisung auf 0 gesetzt und umgekehrt. Jedes Klicken auf die Schaltfläche schaltet den Variablenwert also zwischen 0 und 1 hin und her. Die Tabelle reagiert darauf und blendet die zugehörige Spalte ein oder aus! Damit ist die wichtigste Anforderung bereits erfüllt.

Für das optische Feedback in Form der Schaltflächen-Veränderung bearbeiten wir noch zwei weitere Eigenschaften der Schaltflächen. Als erstes die Schriftfarbe, die wir nicht fix sondern “Nach Formel” setzen:

Die Formel:

=if($(vSchaltArtikel), RGB(0,0,0), RGB(150,150,150))

 

Das Prinzip ist ähnlich wie bei der bereits gezeigten Formel, nur das hier zwei alternative Farbwerte, je nach aktuellem Wert der Schalter-Variablen, geliefert werden: Hat vSchaltArtikel einen Wert ungleich 0, dann wird die Farbe Schwarz = RGB(0,0,0) verwendet, sonst ein Grauton = RGB(150, 150, 150).

Eine weitere Eigenschaft ermöglicht die Einblendung eines Symbols in der Schaltfläche, ergänzend zum Beschriftungstext:

Auch hier wieder die verwendete Formel:

=if($(vSchaltArtikel), ‘Tick’, Null())

 

‘Tick’ ist in diesem Fall der Name des anzuzeigenden Symbols, wenn vSchaltArtikel einen Wert ungleich 0 hat. Ansonsten wird kein Symbol angezeigt => Null()

Den Namen des gewünschten Symbols ermittelt man am besten vorher mit Hilfe des Auswahlschalters der “Symbol”-Eigenschaft:

Mit diesem Lösungsansatz kann sich der Benutzer jetzt jede beliebige Kombination aus Dimensionsspalten zusammenstellen, um die Kenngrößen auszuwerten. Das gezeigte Prinzip kann natürlich auch auf die Kenngrößen-Spalten selbst angewendet werden, wenn hier zwischen vielen Kenngrößen-Alternativen eine Auswahl möglich sein soll.

Das Beispiel zeigt nur eine mögliche Verwendung des Schaltfläche-Steuerelements. Basierend auf den gezeigten Grundprinzipien sind viele weitere denkbar: Viel Spaß beim Experimentieren!

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